Spezial: Interview mit Christian Maier
1. Herr Maier, als Journalist wie auch Privatmann kann man Sie schon als kleinen Weltenbummler bezeichnen. Dennoch geben Sie an, dass Sie die Erfahrungen während des World Drive geprägt haben. Welche Erfahrungen waren das?
Zum anderen natürlich all jene Weltgegenden, die man als privater „Weltenbummler“ eher nicht bereisen würde; Kasachstan etwa oder der entlegene Nordosten Chinas.
Vor allem geprägt aber haben mich die vielen Begegnungen mit all den Menschen, die auf ihre ganz persönliche Weise beitragen wollen zu einer nachhaltigeren Gesellschaft. Auch wenn das notgedrungen oft nur kurze Begegnungen waren: Das Engagement, die Begeisterung, die Kreativität dieser Menschen werden lange in mir nachhallen .
2. Der F-CELL World Drive vereint innovative Technik und die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Waren Sie mehr fasziniert von der Technologie oder der umweltspezifischen Themen, für die der World Drive ja steht?Das lässt sich für mich kaum trennen. Denn so wie die vielen anderen Ideen, Projekte und Pläne, über die ich während des World Drive berichten durfte, hat mich auch die F-CELL Technologie fasziniert und begeistert. Für mich ist es nicht entscheidend, ob hinter einer aufregenden Geschichte eine Ein-Mann-Firma oder ein Weltkonzern wie Daimler steckt – wenn die Geschichte denn von echtem – langfristigen! – Engagement und echter Begeisterung handelt. Und die Begeisterung der Ingenieure und Techniker für ihr „Baby“ F-CELL war ansteckend – weil nachvollziehbar!3. Mit dem F-CELL World Drive wollte Daimler einen Weg aufzeigen, um die Welt ein wenig grüner zu machen. Glauben Sie, dass dies gelungen ist?Ja. Der F-CELL World Drive war eine spektakuläre und aus meiner Sicht auch mutige Aktion. Vieles hätte theoretisch schief gehen können, und immer waren Journalisten dabei. Durch diese Offenheit aber ist eine weltweite, lebendige und praxisnahe Berichterstattung ermöglicht worden. Wie viele Leser, Hörer, Zuschauer auf diesem Planeten haben wohl durch den World Drive überhaupt erst erfahren, dass es diese Technik gibt? Dass sie funktioniert? Aber auch, dass noch viele Herausforderungen warten? Es sind sicher eine Menge... 4. Mit dem F-CELL World Drive hat Daimler bewiesen, dass die Brennstoffzellentechnologie nun Serienreife erreicht hat. Würden Sie sich später ein Auto mit Brennstoffzellenantrieb kaufen?Ja. Und einen sich im Rahmen haltenden finanziellen Mehraufwand wäre es mir auch wert.5. Unabhängig vom F-CELL World Drive; wie wichtig sind Ihnen im Allgemeinen Themen zum Umweltschutz und zur Nachhaltigkeit?Ich bin Vater einer 11jährigen Tochter, meine Partnerin ist Produktentwicklerin einer Bio-Marke. Soviel zum persönlichen Grundgerüst. Aber in Umwelt-Themen sehe ich künftig definitiv auch meinen professionellen Schwerpunkt. Denn sie haben immer mehr auch mit innovativer Technik, mit Livestyle, mit Pioniergeist zu tun. 6. Alternative Antriebe, Elektroautos und die „grüne Zukunft“ beherrschen mittlerweile die Medien sowie die Entwicklungsbüros der Automobilhersteller. Wie sehen Sie die Zukunft der Mobilität?Das Bedürfnis nach Mobilität gehört zum Menschen. Aber um wirklich nachhaltige Lösungen zu finden, wird bei allem technischen Fortschritt, bei allen Forderungen, die wir (zu Recht) an Politik und Wirtschaft richten, der berühmte Griff an die eigene Nase immer das Wichtigste bleiben. Muss es der Transatlantik-Flug sein für nur acht Tage Urlaub? Geht für die Fahrt ins Büro auch das Fahrrad? 7. Finden Sie es gut, dass Autokonzerne große Projekte, wie eine Tour um die Welt organisieren, um zu beweisen, dass eine bestimmte Technologie nun zur Serienreife und Alltagstauglichkeit gereift ist?Klar, so lange ich für die filmische Dokumentation dieser Projekte zuständig bin!
Im Ernst: Eine solche Tour darf meines Erachtens nie medialer Selbstzweck sein und macht nur dann Sinn, wenn eine wirklich nachvollziehbare und langfristige Strategie dahinter steckt. Und wenn Probleme und Hürden nicht verschwiegen, sondern zur Diskussion gestellt werden. 8. Umweltschutz und Automobil ist für viele immer noch ein Widerspruch. Wie stehen Sie zu den aktuellen Aussagen und Bemühungen der Automobilhersteller?Ein Automobilhersteller ist für mich keine Umweltschutzorganisation, sondern er stellt ein Produkt her, das wir alle brauchen (und oft auch sehr mögen!). Ein Automobilhersteller hat Verantwortung seinen Arbeitnehmern, deren Familien und den Aktionären gegenüber. Wenn ein Automobilhersteller aber nachhaltig Erfolg haben will, muss er jetzt an Morgen denken. Morgen brauchen wir umweltfreundliche Autos. Wer jetzt also handelt und auch Mut beweist, der wird zukünftig viele Autos verkaufen. Kein Widerspruch – sondern eine win-win-Situation.











Christian Maier, geboren 1972 in München, ist Absolvent der Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg. Von 1996 bis 2004 arbeitete er als Redakteur im RTL-Hauptstadtstudio und schließlich als Chef vom Dienst (CvD) bei RTL in Köln. Seit 1995 ist Christian Maier als freier Autor von Corporate-Videos, sowie für Reportagen und Dokumentation tätig.