27 Jun 2011

Spezial: Interview mit Christian Maier


1.    Herr Maier, als Journalist wie auch Privatmann kann man Sie schon als kleinen Weltenbummler bezeichnen. Dennoch geben Sie an, dass Sie die Erfahrungen während des World Drive geprägt haben. Welche Erfahrungen waren das?

Zum einen freilich ganz profane Dinge: Denn wer ist schon 125 Tage am Stück unterwegs und dabei fast nie mehr als zwei Tage am selben Ort? 86 unterschiedliche Hotels habe ich gezählt – da kehrt natürlich eine gewisse innere Rastlosigkeit ein, die auch schön ist, mit der man aber dennoch umzugehen lernen muss.
Zum anderen natürlich all jene Weltgegenden, die man als privater „Weltenbummler“ eher nicht bereisen würde; Kasachstan etwa oder der entlegene Nordosten Chinas.

Vor allem geprägt aber haben mich die vielen Begegnungen mit all den Menschen, die auf ihre ganz persönliche Weise beitragen wollen zu einer nachhaltigeren Gesellschaft. Auch wenn das notgedrungen oft nur kurze Begegnungen waren: Das Engagement, die Begeisterung, die Kreativität dieser Menschen werden lange in mir nachhallen .

2.    Der F-CELL World Drive vereint innovative Technik und die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Waren Sie mehr fasziniert von der Technologie oder der umweltspezifischen Themen, für die der World Drive ja steht?

Das lässt sich für mich kaum trennen. Denn so wie die vielen anderen Ideen, Projekte und Pläne, über die ich während des World Drive berichten durfte, hat mich auch die F-CELL Technologie fasziniert und begeistert. Für mich ist es nicht entscheidend, ob hinter einer aufregenden Geschichte eine Ein-Mann-Firma oder ein Weltkonzern wie Daimler steckt – wenn die Geschichte denn von echtem – langfristigen! – Engagement und echter Begeisterung handelt. Und die Begeisterung der Ingenieure und Techniker für ihr „Baby“ F-CELL war ansteckend – weil nachvollziehbar!

3.    Mit dem F-CELL World Drive wollte Daimler einen Weg aufzeigen, um die Welt ein wenig grüner zu machen. Glauben Sie, dass dies gelungen ist?

Ja. Der F-CELL World Drive war eine spektakuläre und aus meiner Sicht auch mutige Aktion. Vieles hätte theoretisch schief gehen können, und immer waren Journalisten dabei. Durch diese Offenheit aber ist eine weltweite, lebendige und praxisnahe Berichterstattung ermöglicht worden. Wie viele Leser, Hörer, Zuschauer auf diesem Planeten haben wohl durch den World Drive überhaupt erst erfahren, dass es diese Technik gibt? Dass sie funktioniert? Aber auch, dass noch viele Herausforderungen warten? Es sind sicher eine Menge...

4.    Mit dem F-CELL World Drive hat Daimler bewiesen, dass die Brennstoffzellentechnologie nun Serienreife erreicht hat. Würden Sie sich später ein Auto mit Brennstoffzellenantrieb kaufen?

Ja. Und einen sich im Rahmen haltenden finanziellen Mehraufwand wäre es mir auch wert.

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5.    Unabhängig vom F-CELL World Drive; wie wichtig sind Ihnen im Allgemeinen Themen zum Umweltschutz und zur Nachhaltigkeit?

Ich bin Vater einer 11jährigen Tochter, meine Partnerin ist Produktentwicklerin einer Bio-Marke. Soviel zum persönlichen Grundgerüst. Aber in Umwelt-Themen sehe ich künftig definitiv auch meinen professionellen Schwerpunkt. Denn sie haben immer mehr auch mit innovativer Technik, mit Livestyle, mit Pioniergeist zu tun.

6.    Alternative Antriebe, Elektroautos und die „grüne Zukunft“ beherrschen mittlerweile die Medien sowie die Entwicklungsbüros der Automobilhersteller. Wie sehen Sie die Zukunft der Mobilität?

Das Bedürfnis nach Mobilität gehört zum Menschen. Aber um wirklich nachhaltige Lösungen zu finden, wird bei allem technischen Fortschritt, bei allen Forderungen, die wir (zu Recht) an Politik und Wirtschaft richten, der berühmte Griff an die eigene Nase immer das Wichtigste bleiben. Muss es der Transatlantik-Flug sein für nur acht Tage Urlaub? Geht für die Fahrt ins Büro auch das Fahrrad?

7.    Finden Sie es gut, dass Autokonzerne große Projekte, wie eine Tour um die Welt organisieren, um zu beweisen, dass eine bestimmte Technologie nun zur Serienreife und Alltagstauglichkeit gereift ist?

Klar, so lange ich für die filmische Dokumentation dieser Projekte zuständig bin!
Im Ernst:  Eine solche Tour darf meines Erachtens nie medialer Selbstzweck sein und macht nur dann Sinn, wenn eine wirklich nachvollziehbare und langfristige Strategie dahinter steckt. Und wenn Probleme und Hürden nicht verschwiegen, sondern zur Diskussion gestellt werden.

8.    Umweltschutz und Automobil ist für viele immer noch ein Widerspruch. Wie stehen Sie zu den aktuellen Aussagen und Bemühungen der Automobilhersteller?

Ein Automobilhersteller ist für mich keine Umweltschutzorganisation, sondern er stellt ein Produkt her, das wir alle brauchen (und oft auch sehr mögen!). Ein Automobilhersteller hat Verantwortung seinen Arbeitnehmern, deren Familien und den Aktionären gegenüber.

Wenn ein Automobilhersteller aber nachhaltig Erfolg haben will, muss er jetzt an Morgen denken. Morgen brauchen wir umweltfreundliche Autos. Wer jetzt also handelt und auch Mut beweist, der wird zukünftig viele Autos verkaufen. Kein Widerspruch – sondern eine win-win-Situation.

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3 Jun 2011

66: Ankunft in Stuttgart

Es ist schon fast dunkel vor dem Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart-Untertürkheim.
Die Ansprachen sind gehalten, die letzten Einstellungen sind abgedreht. Drinnen läuft noch die Abschlussfeier, hier draußen bauen sie das Imbiss-Zelt ab. Ansonsten ist es menschenleer, und ich bin allein. Mit Conny, unserem Kamera-GL. 36199 zeigt der Zähler, mit 270 Kilometern haben wir Conny bekommen. Jetzt warten sie drinnen auf den Schlüssel. Ein letztes Mal auf dem Fahrersitz. In 125 Tagen rund um die Welt. Von Anfang an haben sie mich alle beneidet um diesen Job; Freunde, Verwandte, Kollegen. Und auch wenn es ziemlich oft ziemlich anstrengend war: Völlig zu recht.

Der Römer-Viadukt „Pont du Gard“ im Morgenlicht, die Flamencotänzerin auf der Plaza Santa Ana in Madrid, die turmhoch sprühende Gischt an der Steilküste von Cascais in Portugal; die Bikinis in Miami und die Jazzcombo in New Orleans, die Golden Gate Bridge und die Lichter von Los Angeles, der Regenbogen über der Oper von Sydney, der Abendhimmel über der Nullarbor-Wüste und die Sterne überm Zeltlager von Bondi Rock; Abheben in Perth zum Nonstop-Flug über den Pazifik, atemberaubende Artistik in Schanghai und weltbeste Ente in Peking, die Wüste Gobi und die weißen Gipfel des Altai. Sonne in Sankt Petersburg schließlich und Schäfchenwolken über Stockholm – es wird Tage, Wochen, vielleicht Monate dauern, bis alle Erinnerungen wieder kommen.

Wo war es am schönsten, werde ich immer wieder gefragt – ich kann es nicht sagen. Unser Erdball ist zu vielseitig für ein schlichtes Ranking. Vielleicht wäre die Frage angebrachter: „Welche Begegnung war am schönsten?“ Doch auch hier könnte ich keine Antwort geben. Da waren zuerst mal die World Driver selbst – Thomas W. und Toshio K., Marie und Talip, Rudi und Fritz, Mahmud und Massimo und wie sie alle heißen: Um ehrlich zu sein, hatte ich mir Mercedes-Benz Techniker und Ingenieure im Durchschnitt weniger humorvoll und herzlich, weniger offen und weniger unkompliziert vorgestellt.

Da waren aber auch unsere Helfer vor Ort, Jean-Marc oder Wei-Jing, Geoffrey oder Ying, Lars und Marc, die mit uns gefahren sind und die mit uns gelitten und gelacht haben.

Doch all diese Orte, alle diese Namen können nur einzelne Tropfen sein, gefischt aus einem ganzen Meer von Erlebnissen. Sicher, auch Frust und Anspannung, Müdigkeit und Wut sind manchmal mitgefahren. Aber wirklich nie besonders lang. Denn immer war da eine grandiose Wüste, ein leuchtender Wald oder eine glitzernde Skyline – immer war da eine Straße ins neue Abenteuer.

Genau 80 verschiedene Hotelzimmer habe ich hinter mir. Von beeindruckendem Luxus bis rustikalem Zeltlager war alles dabei. Doch das wahre, endgültige Unterscheidungskriterium hat nichts mit Swimming Pool, Ausblick oder Wannengröße zu tun. Ein GUTES Hotelzimmer hat nämlich Zimmertüren, die nicht von alleine schließen, sondern offen bleiben! Denn wenn eines genervt hat, dann war es dies: Frühmorgens sich selbst und zwei Rollkoffer durch eine ständig dagegenhaltende Tür zu zwängen.

Ich bin viele Kilometer F-CELL gefahren auf dieser Reise, ich habe viel, sehr viel gelernt über Brennstoffzellen – und ja, ich bin F-CELL Fan geworden auf dieser Reise! Nicht, weil sich die B-Klasse wirklich großartig fährt, nicht weil man mich bezahlt, sondern weil diese Technik eine faszinierende Chance birgt: Nämlich Mobilität für alle – auf einem lebenswerten Planeten.

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Ich danke meiner Partnerin Anke und meiner Tochter Sophia, die auch am anderen Ende der Welt in meinem Herzen immer bei mir waren, ich danke Arwed Niestroj, einem beeindruckend souveränen Projektleiter, für all seine Erklärungen und seine Unterstützung. Ich danke meinem Filmproduktions-Auftraggeber Thomas Halaczinsky in New York für seine Nachsicht und Geduld.

Danke an Raphael (Kamera) und Moritz (Kamerassistenz), Felix und Benni, den beiden Cuttern. Und ganz zum Schluss: Danke an Kameramann Jens Trost, der fast 36 000 Kilometer neben mir gesessen, meine Launen ertragen, mit mir gelästert, gestaunt und gelacht hat. Und vor allem: Viel und laut gemeinsam gesungen!

Späte Abenddämmerung über Stuttgart-Untertürkeim. Der Regenhimmel ist aufgerissen, pastellblau schimmert jetzt das letzte Abendlicht. Unglaublich: Der F-CELL World Drive ist wirklich vorbei. Drinnen warten sie auf den Schlüssel. Tschüss, Conny!

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Die Tür fällt ins Schloss.

1 Jun 2011

Spezial: Best of F-CELL World Drive

Aus. Schluss. Ende? Der F-CELL World Drive ist wieder in Stuttgart angekommen. Wo er am 29. Januar aufbrach, um der Welt zu beweisen, dass die Brennstoffzellentechnologie bereits ihre Serienreife erreicht hat und für den Alltag einsatzbereit ist, schließt sich am 1. Juni der Kreis. In 14 Ländern und auf vier Kontinenten hat das Team des World Drive jede Hürde gemeistert und so die Menschen auf der ganzen Welt beeindruckt und begeistert. Daimler verleiht damit seiner Forderung nach dem Ausbau eines weltweiten Wasserstoff-Tankstellennetzes mit aller Deutlichkeit Nachdruck.

Westeuropa, Nordamerika, Australien und China – über 30.000 Kilometer; eine Tour rund um den Globus. Da gab es viel zu sehen, viel zu erleben und zu berichten. Die geeignete Plattform dafür stellte der Posterous-Blog dar, auf dem World Driver Christian Maier fast täglich von seinen Eindrücken geschrieben hat; stets auf der Suche nach Themen zu Umwelt und Nachhaltigkeit. Folgen Sie uns nun zu ausgewählten Bildern der Reise – voller Emotionen, Kraft und Stärke. Erleben Sie Menschen, Natur und kulturelle Höhepunkte:

People 

Auf ihrem Weg durch die Welt trafen die World Driver auf viele Menschen, die sowohl interessiert, erstaunt und begeistert von der Technik und der Idee des F-CELL World Drive waren. Überall traf das Team auf offene Arme und herzliche Gastfreundschaft.

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Nature

Ob blühende Wiesen, karge Felder oder stürmige Küsten; die F-Cell B-Klassen durchquerten die Natur in ihrer unverfälschten Schönheit. Die Vielseitigkeit der Erde erleben mit null Emissionen; das war der F-CELL World Drive.

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Sights

Hier wäre jeder Reiseführer neidisch geworden. Vom Eifelturm in Paris über die 'Sagrada Familia' Barcelonas bis zu der Terrakottaarmee des Kaisers Qin Shihuangdis in China reicht die Liste der Sehenswürdigkeiten, die der World Drive besucht hat.

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Cities

Groß und mächtig symbolisieren Städte die Kultur und Fähigkeiten der Menschheit. Seien es die Straßen von San Francisco, die schmalen Gassen Pekings, oder die Plätze Moskaus – die F-Cells waren mittendrin und natürlich mitten durch.

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1 Jun 2011

Spezial: Rückkehr und Willkommensfeier

Willkommen zurück!

Diesen Mittwoch, den 01.06.2011, kehrt der F-CELL World Drive zurück. Was am 29. Januar in Stuttgart begann, endet nun auch hier. In 125 Tagen durchquerte das Team 14 Länder auf vier Kontinenten. Dabei legten die drei B-Klassen F-Cell weit über 30.000 Kilometer zurück; rein emissionsfrei natürlich. Und damit ist Daimler der Beweis gelungen, dass die Serienreife und die Alltagstauglichkeit der Brennstoffzellentechnologie keine Zukunftsvisionen mehr sind. Sie sind Realität geworden. Somit verleiht das Unternehmen seiner Forderung nach dem Ausbau eines weltweiten Wasserstoff-Tankstellennetzes mit aller Deutlichkeit Nachdruck.

Westeuropa, Nordamerika, Australien und China – die Reise war lang und nicht immer konnten die World Driver wilde „Road-Romantik“ spüren. Doch mit viel Pioniergeist und Durchhaltewillen bewältigten alle Beteiligten die vielen kleinen und großen Widrigkeiten der Tour und beeindruckten zahllose Menschen.

Um ihre Rückkehr entsprechend zu feiern sind alle Mitarbeiter herzlich eingeladen, bei der Ankunft in Stuttgart dabei zu sein:

Ort: Mercedes-Benz Museum Untertürkheim
Zeit: 1. Juni 2011, Treffpunkt ab 16 Uhr,

Ankunft der World Driver gegen 17 Uhr

Wer nicht live vor Ort sein kann, hat ebenso die Möglichkeit live auf Twitter (ab 16 Uhr) die schönsten Momente und Impressionen mit zu erleben.
Seien Sie dabei!

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31 May 2011

65: Hamburg - Berlin

Kurze Fahrstrecke – langer Tag! Denn obwohl es heute nur 320 Kilometer von Hamburg nach Berlin geht, sind frühes Aufstehen und später Feierabend angesagt. Zum einen gibt’s in den beiden größten Städten nämlich noch mal Pressetermine; morgens in Hamburg, nachmittags in Berlin. Und obwohl ich schon ein paar Mal da war, lässt mich die Mercedes-Welt am Salzufer immer wieder Staunen: 35 000 Quadratmeter, über 300 Fahrzeuge. Und wo sonst auf der Welt gibt’s eigentlich ein Autohaus mit zwei Kletterwänden und einem 750(!) Jahre alten Olivenbaum?

Und dann will das Kaiserwetter natürlich zum Drehen genutzt werden! Köhlbrandbrücke, Binnenalster, Jungfernstieg; später Reichstag, Goldelse, Brandenburger Tor. Ich treffe Matthew, meinen Reporter-Kollegen vom Mercedes-Benz Reporter

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Wir drehen ein paar Runden gemeinsam. Matthews Fazit: „Bei einem solchen Wetter emissionsfrei durch die Stadt – das hat was!“

Am Abend dann, im „Oberwasser“ einem kleinen, aber feinen Restaurant in der Zionskirchstraße: Wirtin Ursula hat Spargel für uns gemacht – und: Ich sehe meine Familie wieder! Und so wird’s natürlich ein herrlicher Sommerabend in der Hauptstadt, obwohl wir natürlich brav bleiben müssen. Denn der World Drive ist noch nicht zu Ende! Noch nicht ganz...

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30 May 2011

64: Stockholm - Hamburg

15 Uhr 28, die E45 beziehungsweise A7 von Kolding nach Flensburg. Ein blaues Schild steht am Straßenrand, im Regen zwar, und doch scheint für uns jetzt die Sonne. Denn auf dem Schild steht: „Bundesrepublik Deutschland“. Unser Kilometerzähler zeigt knapp unter 35 000. Wir sind wieder da!

Helsinki, Stockholm, Oslo, Malmö und nun: Hamburg. In sechs Tagen. Würde ich nicht gerade als beschauliche Skandinavien-Rundreise und Road-Romantik bezeichnen.

Da ist zum Beispiel das Abendessen im 33. Stock unseres Hotels in Oslo, die Stadt liegt uns zu Füßen: Vorne das Königsschloss, hinten am Hang die Holmenkollen-Skisprungschanze, und durch ein glühendes Loch im wolkenverhangenen Himmel strahlt die Abendsonne einen Vorhang aus Licht auf die Häuser, als hätte der liebe Gott persönlich ein Auge auf Norwegens Hauptstadt geworfen.  

Da ist der Besuch bei Professor Atle Midttun und seiner Frau, Professor Nina Witoszek. Atle leitet das „Centre for Corporate Responsibility“ an der Business School of Norway; Nina das „Centre for Development and the Environment“ an der Universität Oslo. Die beiden haben den „Oslo Sustainibility Summit“, also „Nachhaltigkeits-Gipfel“ ins Leben gerufen und vor wenigen Tagen zum zweiten Mal erfolgreich durchgeführt: Ein „Mini-Davos“, ein Forum also für Forscher, Studenten und Geschäftsleute zu Austausch und Debatte über Nachhaltigkeitsfragen.

Wie können technisches know-how und Disziplinen wie Literatur oder Philosophie zum Nutzen aller zusammen gebracht werden? So könnte man die grundsätzliche Fragestellung dieses Gipfels vielleicht zusammenfassen. Und unser Besuch, der für nur ein Mini-Interview geplant war, wird zur mehrstündigen Debatte.

Können zwei Professoren mit unterschiedlichen Standpunkten sich eigentlich noch gemeinsam Gedanken über den Einkauf fürs Abendessen machen, fragen wir zum Abschied. „Oh ja“, lacht Atle, „wenn wir das nicht könnten, wären wir längst geschieden!“

Da sind Superlative der Brückenbaukunst auf dem Weg von Malmö nach Hamburg: Die Öresundbrücke zwischen Kopenhagen und Malmö, längste Schrägseilbrücke weltweit für Autos und Eisenbahn. Gesamtlänge 7800 Meter.Und wenig später die Storebelt-Brücke, längste Hängebrücke Europas, fast drei Kilometer lang.

Und dann sind wir in Hamburg. „Wollen sie wirklich die ganze Welt umrunden?“ fragt uns eine Dame angesichts der World Drive-Karte auf Conny, unserem Kamera-GL. „Wir wollen nicht – wir haben bereits!“

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26 May 2011

63: Helsinki - Stockholm

Der Hafen von Helsinki, Olympiaterminal, kurz nach fünf.

Wummernd kommen vier Wärtsilä-Vasa 9R46–Diesel mit zusammen 32 500 Kilowatt auf Touren, die Leinen werden gelöst - und langsam nimmt die „M/S Silja Serenade“ Fahrt auf; 203 Meter lang, 31,5 Meter breit und 58377 Bruttoregistertonnen schwer: Der Mercedes-Benz F-CELL World Drive ist nach vielen Etappen zu Land und in der Luft nun auch zur See unterwegs!

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Eine 19 Stunden lange Mini-Kreuzfahrt steht uns World Drivern bevor; denn erstens verläuft die Route über viele stunden hinweg entlang sehenswerter Schärenküste; und zweitens ist die „Serenade“ weit mehr als nur eine Fähre: Als weltweit erstes Schiff hat sie eine durchgehende Einkaufspromenade über die gesamte Schiffslänge, und natürlich jede Menge Bars, Lounges, Aussichtsdecks.

Nachdem die kindliche Erkundungslust durch einige Rundgänge befriedigt, der Hunger durch Kreuzfahrtschiff-typisch üppige Büffet gestillt und einige (rasante!) Tänze mit Journalistenbetreuerin Anke aufs Schiffsparkett gelegt sind, schlafe ich so gut wie lange nicht mehr.

A propos Journalisten: Seit St. Petersburg begleiten uns Videojournalistin Franziska Voigt und ihr Tonmann Sebastian Franz; für eine Reportage über neue Energien in der RTL-Sendereihe „Die Große Reportage“.

Vom abendlichen Briefing bis zum Refuel-Stopp, vom Koffer-Schlepp-Alltag der World-Driver bis zur außergewöhnlichen Schiffspassage: Franziska und Sebastian sind überall dabei – und „schwer begeistert von der Offenheit und Fröhlichkeit der Crew“, wie Franziska sagt.

Am Morgen schließlich rollen die World Drive Fahrzeuge in Stockholm aus dem Schiffsbauch. Und bei königlich weiß-blauem Himmel haben wir einen ergiebigen und entspannten Drehtag – in einer der ganz bestimmt schönsten Städte Europas!

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24 May 2011

62: St. Petersburg - Helsinki

Die russische Fernstraße M10 von St. Petersburg nach Helsinki macht kurz hinter der Stadt Wyborg eine signifikante Linkskurve, genau an einer Brücke über einen Ausläufer des Finnischen Meerbusens. Niemand hält hier an, Kameramann Jens und ich aber tun es: Denn dies ist der nördlichste Punkt der gesamten World Drive Route! Seit Xi’an in China ist es immer nach NORDwesten gegangen. Von genau dieser Kurve an aber geht es nach SÜDwesten – und immer weiter nach Hause!

Eine gute Stunde später, halb Eins Mittags, passieren wir problemlos die Grenze zu Finnland. Doswidanja Rossija – auf Wiedersehen Russland!

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Der Schlagbaum hebt sich, und vor (noch!) blauem Himmel flattert das rechteckige Tuch am Mast; ein Kreis goldener Sterne auf blauem Grund – wir sind zurück in der EU! (Die Zahl der Sterne auf der EU-Flagge hat übrigens nichts mit der Zahl der Mitgliedsländer zu tun, sondern bleibt stets bei zwölf – als Symbol für Monat, Tag, Vollkommenheit – wer hat’s gewusst?)

Alle sind jetzt bester Dinge, aufgekratzt, es ist fast schon wie heimkommen – vielleicht das spontan empfundene Gefühl, wirklich ein EU-Bürger zu sein. Und bevor’s hier zu pathetisch wird: Nach einer Woche fast durchweg blauen Himmels in Russland kommen unmittelbar nach der Grenze dicke Wolken und Regen auf. Bitte sehr – wir sind zu Hause!

Abends im Hotel: Briefing für Morgen. Denn die erste Schifffahrt erwartet den F-CELL World Drive, von Helsinki nach Stockholm – wer muss wann an Bord sein? Und: Applaus – für drei World Driver, die sich in Helsinki verabschieden. Marc Ducrocq (aus Frankreich) und Lars Wadehn (aus Deutschland), die uns seit Schanghai in Sachen Unterkunft, Verpflegung, Tank-Geld und so vielem mehr an die Hand genommen haben – Merci beaucoup und vielen Dank! Und in der Mitte auf dem Foto: Dr. Manuel Burkert, unser Team-Arzt! Ob World Driver nun über brennende Augen oder sauren Magen, aufgeschürfte Haut oder trockene Lippen klagten – „Doc Burkert“ wusste Abhilfe. Und was ernste Notfälle angeht: Bei keinem Konvoi-Mitglied war Tatenlosigkeit so willkommen wie bei Manuel!

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Das offzielle CCM-Video zur Tour:

23 May 2011

61: Moskau - Sankt Petersburg

Sestroresk, vielleicht 20 Kilometer nördlich von St. Petersburg. Ein Hotel im Blockhausstil, die F-CELLs und Konvoi-Fahrzeuge schlafen draußen vor dem Birkenwald, Schlummertrunk auf einsamer Holzterrasse. Und vor mir: Sonnuntergang über der Ostsee – um kurz nach halb elf!

Vor fünf Wochen habe ich das letzte Mal ein Meer gesehen – und zwar den Pazifik; in Perth, Australien. Es gibt keinen Zweifel mehr – wir kommen allmählich nach Hause. Von Moskau aus haben wir drei vergleichsweise kurze Tagesetappen hinter uns gebracht; zuerst nach Twer (208 Kilometer) und dann weiter nach Veliky Nowgorod – eine von Russlands ältesten Städten, mit einer Kirche aus dem 11. Jahrhundert, die möglicherweise das älteste noch erhaltene Gebäude in ganz Russland ist. Hätten Sie’s gewusst? Ich nicht.

Hauptsehenswürdigkeit aber ist der Kreml, also die Stadtzitadelle.

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Im Abendlicht durchqueren und umrunden World Driver Thomas Rösch und ich ihn joggend. Eine feine Laufstrecke, alles im Grünen, zum Teil am Flussufer. Dennoch sind wir mal wieder die einzigen Läufer inmitten hunderter Spaziergänger. Mein Eindruck: Diese Sportart hat sich in Russland (noch?) nicht durchgesetzt!

Heute dann: Drehtag in St. Petersburg. Und was für eine wunderbare Stadt! Keine Wolke am Himmel und verglichen mit Moskau ist der Verkehr hier ein Paradies – wenngleich zur Verteidigung der Hauptstadt gesagt werden muss: Es ist Sonntag.  Dennoch: Alles wirkt hier entspannter, kultivierter, weniger aggressiv.

Nach acht Fahrtagen und über 3000 Kilometern haben wir unser letztes Ziel in Russland erreicht. Eine unaufgeregte Reise war das – und doch ein Abenteuer! Denn: Wer kommt sonst schon nach Tscheljabinsk, Ufa, Twer oder Kasan?

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Das offizielle CCM-Video:


 

20 May 2011

60: Moskau

Es ist etwa halb vier, noch fließt der Verkehr auf der zehnspurigen Ringautobahn – wenn auch zäh.
Und so kommen wir noch ganz gut durch ins Teamhotel im Norden der Stadt. Andere World Driver, die nur zwanzig Minuten hinter uns sind, haben weniger Glück: Und stehen fast zwei Stunden im Stau!

Willkommen in Moskau, der größten Stadt Europas, mehr als elfeinhalb Millionen Einwohner, drei Flughäfen, acht Fernbahnhöfe, 200 Parks – und jede Menge Verkehr!

Für Filmarbeiten in der Stadt nehmen wir uns entsprechend Zeit: Und Moskau belohnt uns mit strahlend blauem Himmel und glitzernd-goldenen Kirchenkuppeln.

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Kreml, Roter Platz, Basilius –Kathedrale, Lomonossow-Universität – wieder einmal ein Ort, an dem man gerne ein paar Tage geblieben wäre! Aber der World Drive geht wie immer weiter. Nur noch zwei Stunden Zeitunterschied; nur noch 13 Tage bis Stuttgart. Allmählich kommt kribbelnde Vorfreude auf. Aber die Reiselust bleibt! Schließlich stehen noch St. Petersburg, Helsinki oder Stockholm auf dem Routenplan.

Und in Europa ist es Sommer geworden - während wir die Welt umrundet haben.

Über die Tour

Am 29.01.2011 startete in Stuttgart der Mercedes Benz F-CELL World Drive. In 125 Tagen bewältigen drei Brennstoffzellenfahrzeuge der B-Klasse eine Strecke von ca. 30.000 km. Redakteur Christian Maier sowie weitere Beteiligte der Tour berichten regelmäßig über die faszinierende Fahrt rund um den Globus. Innovative Köpfe werden ebenso vorgestellt, wie Künstler und Menschen, die durch einen bewussten Umgang mit Energieressourcen zeigen, wie jeder dazu beitragen kann die Welt ein wenig grüner zu machen.
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Über den Autor

Christian Maier, geboren 1972 in München, ist Absolvent der Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg. Von 1996 bis 2004 arbeitete er als Redakteur im RTL-Hauptstadtstudio und schließlich als Chef vom Dienst (CvD) bei RTL in Köln. Seit 1995 ist Christian Maier als freier Autor von Corporate-Videos, sowie für Reportagen und Dokumentation tätig.