20 Feb 2011

11: Verladen für die Reise in die USA

Wir sind bereit zum Sprung über den „großen Teich“: Die B-Klassen F-CELL und die Begleitfahrzeuge, die Ausstattung der mobilen Tankstelle, Ersatzteile und Werkzeug, alles ist verpackt, verschnürt, deklariert und auf Paletten gehievt: Insgesamt 63 Tonnen Material plus 8 Tonnen Verpackung. 13 Mann waren fast 10 Stunden beschäftigt; kaum zu glauben, dass das alles in ein Flugzeug passen soll. Aber unsere Techniker sind sich sicher: Alles genau ausgemessen und berechnet!

In der kommenden Nacht soll die 747 – 400 dann abheben nach Miami!
Kameramann Jens und ich haben dann noch ein bisschen Lissabon erkundet: Und zwar – passend zu unserem World Drive – mit einem Elektrofahrrad. Ich habe so etwas noch nie ausprobiert: Die Pedalkraft wird von einem Elektromotor unterstützt und fast mühelos habe ich plötzlich 30 km/h drauf. Eine feine Sache; aber: Selbst der Mini-Akku hinter dem Sattel braucht drei Stunden, bis er wieder aufgeladen ist. Merke: Ein F-CELL Auto ist in 3 Minuten vollgetankt!

Am Ufer des Tejo fahren wir den Poetry Bike Path entlang: Ein Gedicht von Fernando Pessoa (1888 – 1935), einem der bedeutendsten portugiesischen Dichter, ist hier über 8 Kilometer verteilt am Rand des Fahrradwegs aufgemalt. Und so könnten wir auch noch was über portugiesische Lyrik lernen  - wenn ich doch nur ein Wort verstehen könnte...

Zurück zum Flughafen Lissabon-Portela, viertel vor elf Uhr Abends. Es regnet in Strömen, als die Boeing 747-400 der „Cargolux“ zu Ihrer Halteposition rollt. Die Frachtluken werden geöffnet – und die Millimeterarbeit beginnt.
Die B Klassen F-CELL passen mit etwa zwei Finger breit Luft überm Fahrzeugdach ins Unterdeck und auch der mächtige Hauptladeraum ist nach rund vier Stunden bis in den letzten Winkel vollgestellt. Alles wurde vorher am Computer genau ausgetüftelt, mit den großen Sprintern wurde Wochen vorher sogar eine Beladungs-Probe gemacht.
Es wirkt, als sei der Frachtjumbo für den F-CELL World Drive gebaut worden, so exakt haben ihn die Cargo Experten bis in den letzten Winkel ausgefüllt.
Norbert Wegener von „Aircargo-Consulting“ versichert mir: Unsere Fahrzeuge werden ohne jeden Kratzer in Florida ankommen. Und wir hoffentlich auch. Nach der durchwachten Nacht freue ich mich jetzt jedenfalls auf ein langes Schläfchen im Flieger! Gute Nacht!

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16 Feb 2011

10: Fazit Europa-Etappe: Freude, Fahrspass, Freundschaft

Fotoshooting auf 38°47’N, 9°30’W!

Cabo da Roca: der westlichste Punkt des europäischen Festlandes. Das ganze F-CELL World Drive Team ist da, trotz peitschendem Westwind und strömendem Regen. Das Ende der Europa-Etappe muss schließlich würdig dokumentiert werden!

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Und hier sind sie, die wichtigsten Daten und Fakten der ersten 15 Reisetage bis an die Küste des Atlantiks:

  • 19 Autos sind in 9 Fahrtagen durch 4 Länder gefahren. Dazu 5 Pressetage und 2 Tage für Pause, Logistik, Organisation.
  • 12 Tage schönes Wetter, 3 Tage schlechtes.
  • 35 Männer waren unterwegs und sechs Frauen: Ulrike, Marie, Amélie, Madeleine, Melanie und Julia.
  • 3240 Kilometer Reisestrecke haben unsere B-Klassen F-CELL zurückgelegt, mit den Extra-Fahrten für Journalisten an den Pressetagen rund 3700 Kilometer.
  • Durchschnittsverbrauch: 1,18 Kilogramm Wasserstoff auf 100 km. Das entspricht 4,01 Liter Diesel – bei ganz normalem Betrieb in Stadt, Landstraße, Autobahn!
  • Gesamtverbrauch: 114,96 Kilogramm Wasserstoff – und 5,0 Kilogramm Kaffee.
  • Längste zurück gelegte Strecke: Genau 320 Kilometer.
  • 20 Fachjournalisten haben uns begleitet, ein Vorstand (Dr. Thomas Weber), ein Direktor (Prof. Herbert Kohler), und zwei chinesische Glücksbringer (Geschenk von Journalisten, im Jahr des Hasen).
  • 2 Reparaturen wurden an den F-CELLs durchgeführt, eine vorsorglich, eine notwendig.
  • Blechschäden an den F-CELLs: 0.  
  • Was sonst: 1 Strafzettel Team-Mitglied (Stopp-Schild missachtet!), 1 Strafzettel Journalist (logisch: zu schnell gefahren); 1 x Reifenwechsel (Technik-Anhänger), 1 neuer Blackberry für Arwed (Tour-Chef), 1 x Erkältung,  3 x Sonnenbrand (!), 3 x verlorene Zangen, 1x Beinahe-Überfall.
  • Und unzählbar: Heftige Diskussionen und entspannte Plaudereien, dumme Sprüche und kluge Ratschläge, Gänsehäute vor lauter Schönheit von Natur, Stadt und  Reiseromantik. Freude. Fahrspaß. Freundschaft.


Ihr Lieben zu Hause: Wünscht uns viel Glück, dass es so bleibt!

Nach dem Übersetzen in die USA, geht es am 25. Februar mit der Tour in Miami weiter.

15 Feb 2011

09: Lissabon

14. Februar; Tag 16. Bei Mercedes Benz Portugal in Sintra bei Lissabon werden alle World-Drive Fahrzeuge klargemacht zum Flug nach Amerika: Zoll-Dokumente müssen abgeglichen werden mit der Ladung der Autos und penibel sauber müssen sie sein, weil keine Erreger in die Neue Welt eingeschleppt werden dürfen. Ein Werkstatttag fürs Technik-Team.

Kameramann Jens und ich haben es da besser: Wir machen uns auf den Weg ins Barrio Alto, die schicke Oberstadt von Lissabon. Uns interessiert „Fabrico Infinitio“, eine Mischung aus Designerladen, Café, Showroom und Atelier. Inhaberin Marcella, eine quirlige Brasilianern, hat sich mit „Fabrico Infinito“ einen Traum verwirklicht: Einen Laden für Künstler, die mit Natur- oder Recycling-Rohstoffen Kleidung, Möbel, Schmuck oder Accessoires herstellen. Sie selbst sammelt kaputte Lüster oder Glasverschlüsse von Parfumflakons und stellt daraus einzigartige Design-Kronleuchter her. In „Fabrico Infinito“ finden wir aber auch Designer-lampen aus Altmetall, Mokassins oder Stühle aus Kork und Sitzbänke aus Plastikflaschen.

Marcella

Marcella hat es nicht leicht, über die Runden zu kommen, sagt sie. Die Wirtschaftskrise hat Portugal hart getroffen. Die Begeisterung fürs Besondere ist nicht gerade gewachsen. Aber von Ihrer Mission will sie dennoch nicht ablassen: Nachhaltigkeit, Kunst und Lifestyle miteinander zu verbinden.
 
Auch ein Tisch und Barhocker aus Karton sind in Marcellas Laden zu haben. Die hat Pedro Costa entworfen, eigentlich ein Architekt, aber auch ein Schriftsteller, Designer und Künstler. „Ich muss möglichst viele unterschiedliche Dinge gleichzeitig tun“, sagt er, „so bleibe ich geistig wach!“ Mit seinen Kartonmöbeln hat er schon komplette Designerbars ausgestattet, im Moment wird die von ihm entworfene Erweiterung des Oceanário fertiggestellt, des zweitgrößten Aquariums der Welt.

Wir besichtigen die Baustelle, danach bekommen wir von Ocenário-Direktor Joao Pereira persönlich eine Führung. Fünf Millionen Liter Wasser, Mantarochen, Zebrahaie. Ein ganzer Ozean auf 30 Meter Durchmesser. In einer dunklen Nische, im blauen Zwielicht stehen wir stumm vor der Glasscheibe und staunen.

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14 Feb 2011

08: Cascais bei Lissabon

Die letzte Etappe in Europa! Es geht nach Cascais bei Lissabon, dann hat der F-CELL World Drive den ersten Kontinent „geschafft“! Auf dem Weg dorthin liegt die Stadt Evora, Weltkulturerbe. Ein kurzer Bummel durch die Altstadt; spontane Einkehr in ein kleines Restaurant in einer winzigen Gasse.

Armando, der Besitzer, war früher Elektro-Ingenieur, spricht sehr gut deutsch – und schwärmt von einem Vortrag, den er vor mehr als zehn Jahren einmal in München gehört hat: Dr. Ferdinand Panik, damals Leiter des „Projekthauses Brennstoffzelle“ bei Daimler sprach über das Auto der Zukunft.

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Jetzt ist Armando Rentner und Gastwirt und verwöhnt uns mit einem herrlichen Mittagessen – und das Auto der Zukunft steht vor seiner Tür!

Am frühen Abend erreichen wir Cascais. Der F-CELL World Drive hat das westliche Ende Europas erreicht. Vor uns liegt nun nur noch der Ozean. Und an den steilen Klippen explodieren die Wogen zu turmhohen Gischt-Fontänen. Nach tausenden Kilometern ungebremster Reise.

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Über die Tour

Am 29.01.2011 startete in Stuttgart der Mercedes Benz F-CELL World Drive. In 125 Tagen bewältigen drei Brennstoffzellenfahrzeuge der B-Klasse eine Strecke von ca. 30.000 km. Redakteur Christian Maier sowie weitere Beteiligte der Tour berichten regelmäßig über die faszinierende Fahrt rund um den Globus. Innovative Köpfe werden ebenso vorgestellt, wie Künstler und Menschen, die durch einen bewussten Umgang mit Energieressourcen zeigen, wie jeder dazu beitragen kann die Welt ein wenig grüner zu machen.
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Eco-Trek Magazin

Über den Autor

Christian Maier, geboren 1972 in München, ist Absolvent der Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg. Von 1996 bis 2004 arbeitete er als Redakteur im RTL-Hauptstadtstudio und schließlich als Chef vom Dienst (CvD) bei RTL in Köln. Seit 1995 ist Christian Maier als freier Autor von Corporate-Videos, sowie für Reportagen und Dokumentation tätig.