Für einen Freitag, den dreizehnten (Reisetag!) ist alles ganz schön glatt gelaufen heute; von Madrid nach Badajoz kurz vor der Grenze zu Portugal. Fürs Kamerateam und Fotograf Dirk macht eine B-Klasse F-CELL noch den Umweg über das Kloster-Schloss Escorial, den größten Renaissance-Bau der Welt.
Zum Wasserstoff – Tankstopp in Talavera de la Reina gibt’s dann Mittagessen mitten in der Werkstatt: Steak und Paprika frisch vom Grill. So wollen wir World-Driver das haben! Halb sieben am Nachmittag. In F-Cell Nummer 3 mit Dr. Massimo Venturi. Massimo ist der Chef von „NuCellSys“, einer Daimler-Tochter, die unser Brennstoffzellen-System entwickelt hat. Und er kann stolz sein, jetzt gerade: Der E-Motor summt. Im Autoradio läuft Queen, „Don’t stop me now“. Der Himmel ist weit, die Autobahn vor uns ein Band in den Horizont; voller Versprechungen und voller Abenteuer. Wir fahren um die Welt.
Der zwölfte Reisetag beginnt mit hohem Besuch: Professor Herbert Kohler kommt zu unserer Wasserstoff-Tankstelle. Der Leiter „E-Drive and Future Mobility“ und Umweltbevollmächtigter bei Daimler will sich Reiseeindrücke des World Drive-Teams persönlich abholen und uns eine Etappe begleiten. Selbstverständlich gibt’s für ihn auch den guten Kaffee (mit Wasserstoff gestreckt?) von Thomas und Wolfram aus dem Betankungsfahrzeug!
Derart informiert und gestärkt macht sich Prof. Kohler gemeinsam mit Tourchef Arwed anschließend auf den Weg zur Pressevorführung der B-Klasse F-CELL nach Madrid. Von dort aus führt die Fahrt mit den spanischen Journalisten in die Sierra des Guedamarra, das Gebirge im Norden der Stadt. Links und rechts der Straße weiden Stiere – wenn das mal keine Spanien-Impression ist.Ziel der Fahrt ist die „Cochera“, ein auf Mercedes-Oldtimer spezialisierter Betrieb. Hier stehen Modelle aus den 50ern aufgereiht wie frisch vom Band. Da geht nicht nur jedem Mercedesfan das Herz auf. Es zeigt sich auch, dass der Erfinder des Automobils damals wie heute die Zukunft der Mobilität geprägt hat – sowohl mit der Technik wie auch der Emotionalität seiner Fahrzeuge.
Das Mittagessen hier ist – wie immer seit wir in Spanien sind – weder für Vegetarier, noch für Kalorienzähler geeignet: Fleisch, Fleisch, Fleisch und zum Abschluss Ponche Segoviano, die mir Madeleine von der Daimler-Kommunikation wie folgt beschreibt: „Ein Traum in Richtung Apfelkuchen mit einer Geheimwaffe von Creme und zu allem Überfluss auch noch mit Marzipan überzogen!“
Meine Kamerakollegen, die Techniker Talip, Peter und ich stürzen uns derweil für Filmaufnahmen ins Gewühl der spanischen Hauptstadt. Zwei Kamerafahrzeuge, dazu unser „Star“, die B-Klasse, kaum Haltemöglichkeiten an den Hauptstraßen und sehr viele, sehr strenge Verkehrspolizisten machen den Dreh nicht gerade zum entspannten Stadtbummel. Doch die Tapas zu Mittag sowie ein schneller Café con leche auf der malerischen Plaza Santa Ana (Hier trank schon Hemingway, wenn auch eher keinen Kaffee) sind ein feiner Ausgleich. Und wir haben schöne Bilder gedreht, die Sie in Kürze sehen können? Wo? Natürlich hier!Heute ziehen wir weiter westwärts, Richtung Portugal. Bald sind wir am Atlantik angekommen, und: Es bleibt spannend!
Eco-Trek - eines der ersten regelmäßig erscheinenden Video Internet Nachrichtenmagazine rund um grüne und zukunftsorientierte Trends. Das Eco-Trek Team ist mit dem Mercedes-Benz F-CELL World Drive rund um die Welt unterwegs. Hier die Highlights von Eco-Trek Ausgabe 2.
Gestern: Für mich der bisher schönste Reisetag! Die Route: Von Castellón bei Valencia Richtung Madrid. Am Himmel keine Wolke, am Straßenrand zunächst noch Orangenbäume, dann rote Erde, beschnittene Weinstöcke, Dornengebüsch. Karge, dramatische Schönheit bis zum Horizont. Wir fahren durch Kastilien – und auch wenn es nur 17 Grad kühl ist (Grüße in den deutschen Winter!), flimmert die Luft über dem Asphalt.Ein hochsommerlicher Roadmovie mitten im Februar!
Auch spanische Journalisten an Bord einer B-Klasse F-CELL genießen die Fahrt, beschleunigen zügig bergauf (wie ich schon schrieb: Das bringt wirklich Spaß!), gehen aber bergab viel zu schnell auf die Bremse. Richtig wäre ja: Einfach vom Gas gehen und sanfte Bremswirkung spüren, weil dann die Batterie wieder aufgeladen wird. Wenn man das erst mal drauf hat, wird F-CELL-Fahren bei geringem Verbrauch weder spaßfrei noch lahm. Doch ich persönlich kann es den spanischen Kollegen nicht verdenken: Vielleicht war der Tag einfach zu schön, um öfter mal an den Fahrstil zu denken. Und das Werben für eine größere H2-Tankstellendichte ist schließlich eine Mission unserer Tour! So aber wird der Wasserstoff leider knapp und unser Tour-Chef übernimmt die letzten 60 Kilometer. Arwed bleibt unter 80 km/h und stellt so einen neuen F-CELL-Rekord auf: 0,8 kg Wasserstoff pro 100 km/h (Hätte aber ehrlich gesagt gar nicht sein müssen: Mit einer Reserve von gut 25 Kilometern war Arwed an der „Tanke“).Am frühen Nachmittag dann noch ein kurzer Stopp in der Altstadt von Cuenca, die zum UNESCO-Welterbe gehört. Unsere knallgrünen B-Klassen in einem Amphitheater von über steilen Felswänden hängenden Häusern; kein Motorenlärm stört die grandiose Kulisse: Eine schönere Autofahrt habe ich noch kaum erlebt! Heute stürzen wir uns in Getümmel von Madrid - Drückt uns die Daumen!
Barcelona – für nicht wenige Vielgereiste die schönste Stadt Europas! Doch mich interessieren diesmal ohnehin nicht das Barrio Gótico oder die berühmte Sagrada Família-Basilika von Antoni Gaudí – sondern die „Solar Pergola“: Eine beeindruckende Solarzellen–Skulptur so groß wie ein Fußballfeld, die am Rand der Stadt über dem Meer thront; ein Kunstwerk, das etwa 140 Haushalte mit Energie versorgt!
Die „Solar Pergola“ soll ein Symbol sein für die Zukunft der Stadt, erzählt mir Toni Pujol di Vidal von der Stadtverwaltung, den ich hier treffe. Seit der Einführung einer neuen Solarverordnung im Jahr 2000 hat sich die Quadratmeterzahl der Solarzellen in Barcelona mehr als verzehnfacht. Und mindestens 60% des Warmwasserbedarfs jedes neuen oder sanierten Gebäudes müssen in der Hauptstadt Kataloniens mit Sonnenkollektoren gedeckt werden.Auch einer der berühmtesten Architekten Spaniens trägt dazu bei, dass Barcelona mehr und mehr eine Vorreiterrolle für nachhaltige Energiewirtschaft einnimmt. Ich treffe Enric Ruiz-Geli in dem von ihm geschaffenen „Media Tic“, einem 40 Meter hohen würfelförmigen Medien- und Bürohaus mit einer weltweit einzigartigen Fassade: Die der Sonne direkt ausgesetzten Flächen sind mit mehrwandigen, teilweise durchsichtigen Luftpolstern bedeckt. Je nach Sonneneinstrahlung sorgt ein computergesteuerter Mechanismus aus Sensoren und Gebläsen dafür, dass diese Luftkissen entweder viel Licht und Wärme durchlassen oder isolierend wirken. Die Folge: Der Energieverbrauch des Gebäudes wird dramatisch gesenkt.
„Antoni Gaudí hat uns alle hier in Barcelona beeinflusst“, sagt Enric Ruiz Geli über sein großes Vorbild. „Doch die Nähe seiner Bauten zu Natur müssen wir heute eben auch da umsetzen, wo es um den Energiehaushalt geht“.
Zurück im Crew-Hotel erfahre ich: Das Team eines unserer Begleitfahrzeuge ist in eine ziemlich unangenehme Situation geraten. Beim kurzen Stopp am Straßenrand zum Navi-Programmieren kommt plötzlich ein Mann in Warnweste angelaufen und gestikuliert hartnäckig: „Schaden am Auto!“ Techniker Michael steigt aus und will nachsehen, als der Mann ihn auch schon massiv vom GL abdrängt. Aus dem Nichts taucht ein zweiter Mann auf, läuft auf das Teamfahrzeug zu, in dem nur noch Kollegin Ursula sitzt. World-Driver Michael handelt gottlob rasch: Er reißt sich los, springt ins Auto, gibt Gas. Und die Tour geht unbeschadet weiter!
Am Abend erreichen wir Castellon bei Valencia und haben noch Zeit für ein kurzes Film- und Fotoshooting in der „Stadt der Wissenschaften und Künste“. Fotograf Dirk und die beiden Kameramänner Raphael und Jens arbeiten bis das letzte Tageslicht verschwindet. Denn: So eine Location bekommt man nicht oft vor die Linse – siehe Fotos!
Am 29.01.2011 startete in Stuttgart der Mercedes Benz F-CELL World Drive. In 125 Tagen bewältigen drei Brennstoffzellenfahrzeuge der B-Klasse eine Strecke von ca. 30.000 km. Redakteur Christian Maier sowie weitere Beteiligte der Tour berichten regelmäßig über die faszinierende Fahrt rund um den Globus. Innovative Köpfe werden ebenso vorgestellt, wie Künstler und Menschen, die durch einen bewussten Umgang mit Energieressourcen zeigen, wie jeder dazu beitragen kann die Welt ein wenig grüner zu machen. Verfolgen Sie die Route per FollowMap
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Eco-Trek Magazin
Über den Autor
Christian Maier, geboren 1972 in München, ist Absolvent der Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg. Von 1996 bis 2004 arbeitete er als Redakteur im RTL-Hauptstadtstudio und schließlich als Chef vom Dienst (CvD) bei RTL in Köln. Seit 1995 ist Christian Maier als freier Autor von Corporate-Videos, sowie für Reportagen und Dokumentation tätig.